Sonne kostet doch Geld

25
Aug

Die Sonne schickt täglich 15.000 Mal mehr Energie als zur Zeit in einem sechs Personenhaushalt verbraucht wird – so der Buchautor Franz Alt. Er empfindet das Angebot als Geschenk des Himmels und die Energie wird vom Chef Herr Alt selbst gerne benutzt, da diese umweltfreundlich, klimaverträglich, kostenlos ist und 4,5 Milliarden Jahre reicht. Die Sonne hat uns noch nie eine Rechnung geschickt – da irrt sich Alt aber sehr gewaltig, hat er etwa nie in Solaraktien investiert? Dann würde Herr Alt die Einstellung “ kostenlos“ mit ganz anderen Augen sehen. Die Sonne schickt nicht ihm eine Rechnung, sondern einer breiten Schar von Kleinaktionären, die in guten Zeiten an das Wachstum der Branche glaubten und fleißig Anteilsscheine kauften.

Strategie zum Scheitern verurteilt?

Siemens hat bisher die Erfahrungen machen müssen, dass die Solarsparte wegen teurer Rechnungen abgegeben werden musste. Ohne Erfolg blieb ein sieben Monate währender Verkaufsprozess, wovon die meisten Mitarbeiter in Israel betroffen waren. Vorstandschef Peter Löscher war mit dem Kauf der israelischen Solel für thermische Solaranlagen eingestiegen, von dem er sich rasante Zuwächse erhoffte. Die Strategie war zum scheitern verurteilt: Siemens verschenkte sehr viel Geld – vor allem die Schließung der Branche war sehr teuer.

Mehrere Firmen ernteten Verluste in Milliardenhöhe

Für Bosch kam ebenfalls die Sonnenfinsternis sehr schnell und die Firma gab bekannt sich ganz aus dem Geschäft mit Solarzellen und Solarmodulen zurückzuziehen. Die Fertigung, der Vertrieb und die Entwicklung von Solarmodulen wird ab 2014 komplett eingestellt.

Durch den Ausstieg sind rund 3000 Mitarbeiter vor allem in Thüringen von der Arbeitslosigkeit bedroht. Bosch- Aufsichtsratchef Franz Fehrenbach hatte 2008 die Solartechnik vorangetrieben und ist sehr deprimiert über den Verlust, da er sich von der Technik noch viel mehr erhofft hatte.

Wie bei anderen Herstellern von Modulen und Zellen lautete die Begründung für den Rückzug, dass die Firmen in die roten Zahlen rutschten oder aufgeben mussten. Bosch ist es beispielsweise nicht gelungen, die Wettbewerbsfähigkeit des Bereichs Solar Energy zu schaffen – der Preisverfall von bis zu 40 Prozent war doch zu stark. Das Engagement hat das Unternehmen viel mehr Geld als Siemens gekostet.

In Vergleich zu Solarworld und Q-Cells sind die Beträge bei Siemens und Bosch eher gering ausgefallen. Dabei waren die Firmen Solarworld und Q-Cells noch Anwärter für den Aufstieg in die erste Börsenliga – doch leider wurde daraus nichts. Q-Cells musste 2012 das Unternehmen aufgeben und wurde von einem koreanischen Konzern gekauft. Das kann leider auch Solarworld AG noch passieren.