Solaranlagen als Designobjekte

02
Sep

Geht es nach dem deutschen Architekt Andre Brößel, sollten die Solaranlagen so rund wie Kristallkugeln sein, die er mit seiner Firma produzieren will. Diese sollen einen Schub für die privat genutzte Sonnenenergie bringen und die bisherige Technik zu einem Designobjekt machen.

Um die Sonnenenergie an einem Punkt zu bündeln, benutzt das Gadget die physikalischen Eigenschaften einer kugelrunden Linse, das Licht wird wie mit einer Lupe auf eine wenige Quadratzentimeter große Solarzelle gestrahlt. So entsteht durch die hohe Konzentration mehr Strom – Vorbild für die Solaranlagen, die er erfinden will, sind Solaranlagen, die Fresnel-Linsen verwenden, um eine erhöhte Energieausbeute zu schaffen. Die negativen Wittereinflüsse haben durch den Verstärkereffekt weniger Auswirkungen auf die Leistung der Solarzellen. Ein Tracking System übernimmt die Ausrichtung der Solarzellen nach der Sonne, wobei die Zellen unter der Kugel langfahren, so dass diese immer optimal beschienen werden.

Solaranlagen sollen im Herbst ausgeliefert werden

Seit zwei Jahren arbeiten die Kollegen in Barcelona an dem Projekt, derzeit sucht das Unternehmen noch eine Anschubfinanzierung, damit die Solaranlagen in Serienproduktion gehen können. Die Photovoltaik-Anlagen sollen in verschiedenen Größen auf den Markt kommen, wobei das günstigste und kleinste Gerät etwa 149 Dollar kosten soll, es soll aber auch größere Ausführungen geben. Wenn alles so klappt wie die Erfinder sich das vorstellen, dann können die ersten Geräte im Herbst 2014 ausgeliefert werden. Die erste Generation ist als Gadget gedacht und versorgt Smartphones mit Strom und kann auch als tragbare Energiequelle herhalten, es soll außerdem noch möglich sein, im Dämmerlicht geringe Mengen Energie erzeugen zu können. Die Experten raten aber dazu, sich die Anlagen nicht zu beschaffen, wenn man Handy-Besitzer ist, da sich das ganze aufgrund der immensen Stromkosten nicht rechnet. Der Vorteil an den Anlagen ist aber, dass sie schick aussehen und man das Handy auch am See aufladen kann, wenn es unbedingt sein muss.

Die Idee der Erfinder ist zwar nicht, dass die Solaranlagen mit anderen PV-Modulen konkurrieren sollen, sondern dass das Minikraftwerk als stromproduzierendes Designobjekt in Gebäudefassaden integriert oder auf Dächer montiert werden soll. Die freistehenden Solaranlagen könnten dann in der Lage sein auch Elektroautos zu laden – derzeit stehen aber noch Tests aus, wie viel Stromleistung diese Solarkugel wirklich schaffen würde. Das Minikraftwerk ist auf jeden Fall ein bestes Beispiel dafür, wie wir in naher Zukunft Strom erzeugen könnten und zwar jederzeit mit den unterschiedlichsten Geräten. So könnten wir dann auch beim Ergometer oder beim Joggen das Handy aufladen, am Lagerfeuer – und das nur mit einer kleinen Brennstoffzelle.